WC III - Bericht von Fritz Dodes

Slowake Bachraty wiederholt Cyclodrom-Triumph nach Duell mit Thomas Mair
Hauer und Deppner Wiener Meister
Teilnehmerrekord: 145 StarterInnen


Am vergangenen Sonntag ging der RC Schnecke-Wintercup in seine 3. Runde. Bei einer teils recht kräftigen SO-Brise präsentierte sich der Austragungsort, das Cyclodrom auf der Donauinsel, in perfektem Zustand (trocken und schnell) und bot damit einen geeigneten Schauplatz für den Kmapf um die Wiener Meisterschaft 2008/09 in den Kategorien Elite und Masters.
Unter bewährter Anleitung von Fuchsi steckte das OK-Team einen 2,4 km langen Kurs, der im Gegensatz zu den bisherigen Rennen an dieser Location mit dem Uhrzeigersinn zu befahren war, was einen steilen Anstieg und die Möglichkeit, ein paar Stufen einzubauen, mit sich brachte. Sonst war’s aber beinahe wie immer – ruppige Wiesen, ein vergleichsweise höherer Asphaltanteil, lange Geraden und kurze Passagen, wo Kurvenorgien gefeiert wurden.
Am Start die versammelte Wintercup-Elite mit Ausnahme von Markus Hahn, dessen gesundheitlicher Zustand keinen Start erlaubte und ihn von der Verteidigung seines zweiten Cup-Platzes abhielt, und den Steirern Krebs und Schwarzäugl.
Doch die Qualität des Feldes wurde beinahe von der Quantität erdrückt – 145 Damen und Herren wollten sich (anschließend an die 13 Kids) ins Getümmel (gelöscht: „Verderben“) stürzen.
Dies begann bereits 20 m nach dem Start, zu einem Zeitpunkt, wo der König des Blitzstartes, Simon Prodinger vom RC Schnecke, schon in Führung gegangen war. Michel Alfon geriet ans Hinterrad des Ungarn Szilard Burucki, konnte sich nicht mehr lösen, weil er keinen Platz hatte, und stürzte gemeinsam mit dem ungarischen Top-Mountainbiker und seinem taufrischen Ridley-Crosser. Neben dem Rad gingen auch Almis Chancen auf eine Medaille bei den Wiener Meisterschaften der Masters zu Bruch.

Simons Führung wurde ihm nach der Startkurve von seinem Klubkollegen Raphael Ruffl Loidolt abgejagt, hinter dem Schnecke-Duo Hauer, Puhmer, Widhalm, Wurnitsch, Mensching, Mörx, Meister, Hackl, Mayer, Robeischl. Der Welser Zweitplatzierte von Andlersdorf, Thomas Mair, Masters-Favorit Peter Deppner und der Slowake Robert Bachraty, schon 2006 an dieser Stelle siegreich, fanden sich etwas weiter hinten.
Bei der zweiten technisch interessanten Stelle touchierte Tom Turbo Puhmer das Rad von Ruffl, der stürzte und weit zurückfiel. Knapp nach diesem Punkt übernahm Gerald Hauer, seines Zeichens Cupsieger des Vorjahres und erster Anwärter auf den Wiener Meistertitel, die Führung, die er jedoch bald wieder abtreten musste, da sich ein Ast in seiner Schaltung verfing. Am Ende der Auftaktrunde führte Tom Mair eine 5-Mann-Gruppe mit wuwo Wolfgang Wurnitsch, dem Sieger des ersten Rennens der laufenden Serie, Patrick Hackl, Michi Meister (ein Wintercup-Urgestein) und Bachraty. Während Simon Terrain verlor, verbog Helge sich und seinen Rahmen, um den Anschluss an diese Gruppe herzustellen. Es war in der Tat kein schöner Anblick, sogar Cadel Evans sieht selten so aus, dermaßen weit über seinem Limit zu sein. Mit etwas Verspätung kämpfte Gerry Hauer - kurz mit Hilfe seines Teamkollegen Deppner – darum, den Vorsprung seiner Konkurrenten wettzumachen.
Nachdem auch wuwo nach längerer Zeit wieder einmal zur Ehre gekommen war, ein Wintercup-Rennen anzuführen, ereilte ihn ein Defekt und Bachraty und Mair setzten sich ein wenig ab und holten sich die Wintercup-Punkte am Ende von Runde 2 vor Hackl, Meister und Mensching. Auch Hackl musste in der anschließenden Phase einem Defekt Tribut zollen – Routinier NoBody Widhalm passierte dies bereits in der Eröffnungsrunde, was ihn auf den letzten Platz zurückwarf – sodass sich der Vorsprung des Führungsduos beinahe von selbst vergrößerte. Nur Gerry kämpfte im Versuch, noch einmal aufzuholen, holte auch Helge und Michi wieder ein, die sich zwar kurz in sein Hinterrad verbissen, dies letztendlich aber nicht halten konnten.

Um welche Platzierungen es für jeden ging, war zur Mitte des Rennens klar, doch die Spannung war damit noch nicht gewichen. Mair ließ sich vom Slowaken nicht abschütteln, trug seinen Teil zur Führungsarbeit bei (man wollte nicht unbedingt auf Gerry warten) und ging schließlich als Führender zunächst in die letzte Runde, dann auch in die vorletzte Kurve, die sich am Ende des Materialdepots lange, leicht bergaufgehend nach links zog. Tom war etwas zu schnell, kam etwas zu weit nach außen, das Vorderrad rutschte etwas zu viel weg und schon schlüpfte Bachraty innen durch und ging als Erster und mit mehr Speed auf die asphaltierte Zielgerade, um sich den Sieg schließlich ungefährdet zu sichern.
Gerry Hauer kam solo als Drittplatzierter ins Ziel und holte damit den Titel des Wiener Meisters der Elite-Kategorie.
Schnecke-Germane Helge verlor seinen direkten Gegner Michi Meister wenige Runden vor Schluss, als dieser die auf die Zielgerade führende schmierige Kurve unterschätzte und ziemlich hart crashte. (Das passierte im Übrigen einigen, die nicht darauf achteten, dass der Dreck der Wiese immer weiter auf den Asphalt mitgeschleppt wurde. Da es noch eine zweite Kurve dieser Art gab, hatte auch die Rettung einen arbeitsintensiven Vormittag – der Aspanger Wolfgang Herr schied mit Gesichtsaufschürfungen aus, der 2RadChaot Clemens Bauer mit einer Handverletzung.) Trotz der liebevollen Hilfe von Schnecke-Obmann Rudi Leithner beim Aufrappeln konnte Michi den Anschluss nicht mehr herstellen und musste sich mit Rang 5 begnügen.
Drei Fahrer kämpften lange Zeit um den 6. Rang, Roland Mörx, als einziger nicht auch um den Kampf um eine Meisterschaftsmedaille involviert, fiel als erster zurück. Übrig blieben Ewald Robeischl (mountainbiker.at) und Tom Turbo (Sport Nora), diesen (auch im Anschluss noch heiß diskutierten) Kampf (um Bronze) entschied letzten Endes Ewald für sich.
Die geplagten Hackl und wuwo landeten noch auf den Plätzen 9 und 10, auch deshalb, weil bei Viktor Specziar von FTC – Merida gegen Ende der Sattel brach und er nach einem Sturz auf der letzten Runde ebenso aufgab wie sein Vereinskollege Balasz Szoradi, der ebenfalls um die Top 15 mitfightete.
Außerhalb der Top 10, nichtsdestoweniger Top war Peter Deppner vom SU MTB-Team Cycle Circle, der sich mit seinem 11. Rang den Sieg bei der Wiener Meisterschaft der Masters sicherte. Hinter dem Schwechater Markus Leingstettner holte Andi Mayer als zweitbeste Schnecke knapp vor Simon den 13. Rang, ein 15. Rang „reichte“ für Leo Heigl zur Silbernen bei den Wiener Masters. In dieser Wertung sicherte sich mit Reinhard Bscherer eine weitere Schnecke eine Medaille, allerdings war’s knapp. Ex-Schnecke (na gut, nun Wr.Sportclub-Fahrer) Thomas Kaider brauchte ein wenig länger zum Warmwerden, kam jedoch immer besser in Fahrt; er holte sich in der 4. Runde den ebenfalls involvierten Altmeister Fredi Lechnitz, dann begann er, an Reinhards Vorsprung zu knabbern. Im Endeffekt fehlte ein Rang bzw. 100 m, die Reinhard früher die Ziellinie überfuhr.
Der große Pechvogel in diesem Ranking bleibt jedoch Almi, der trotz Elendsbeginn noch den 5. Rang belegte.
Insgesamt waren 9 der 21 Fahrer, die zur Wiener Meisterschaft zählten, Starter des RC Schnecke. Neben den bereits erwähnten kam Luki Leitner bei der Elite auf den 6. Rang, Jens Mateyka, Wolfgang Treitler (ein Wintercup-Debütant) und Harald Holzschuh wurden bei den Masters 10., 11. und 12.

Den Sieg bei den Damen holte sich mit Eva Hipfinger ebenfalls eine Ersttäterin. Die RC KSV Wienstrom-Dame wurde zwar am besten unterstützt (Alex Apflauer bildete einen fahrenden Mentalcoach), zog sich aber auch absolut ganz achtbar aus der Affäre. Sie übernahm sofort die Damenführung, ließ sich auch durch die aufkommende Beate Kapka (Ciclopia) nicht aus der Ruhe bringen und baute ihren Vorsprung gegen Rennende einfach noch weiter aus. Die Cupführende Elisabeth Migschitz lag anfangs auf dem 3. Rang, doch dann wurde sie von der Stockerauerin Barbara Lima (die leider – wie der Gesamtsieger Bachraty - die Siegerehrung schwänzte) überholt. Elisabeth Schupka und Irma Reinisch belegten die Ränge 5 und 6.
Den Nachwuchssieg sicherte Felix Ritzinger nun bereits zum 3. Mal ungefährdet. Um die restlichen Stockerlplätze gab es ein Duell, das bald so alt ist wie der Wintercup selbst. Diesmal hatte Moritz Bscherer gegen Nadja Heigl das bessere Ende für sich. Mit 13 Kindern gab es ein erfreulich großes Starterfeld, die letzten Finisher durften dann sogar durch ein Spalier von Jublern fahren, dass allerdings immer enger wurde – liebe Leute, so geht es nicht, da muss beim nächsten Mal mehr Disziplin herrschen.

Die Cup-Stände schauen sehr geordnet aus: bei den Herren führt Patrick Hackl (NÖ Radunion) mit 16 Punkten vor Helge. Bei den Damen führt Elisabeth Migschitz sogar mit 17 Punkten Vorsprung vor Beate Kapka und beim Nachwuchs ist Felix 11 Punkte vor Nadja. Auch bei den Schncken ist Helges Vorsprung (10 Punkte) auf Andi Mayer an sich beruhigend, doch dahinter ist es jeweils mehr als eng und alle wissen, dass ein Umfaller bereits die Positionen drastisch verschieben kann.
In 2 Wochen geht der Wintercup in Runde 4, der Klassiker in der Schwarzlackenau wartet am 3. Adventsonntag!